Nürnberg - Linken-Chefin Heidi Reichinnek kämpft gegen die Bürgergeld-Reform. Eines ihrer Argumente: Die Zahl derer, die sich dem Jobcenter verweigerten, sei lächerlich gering. Das ist statistisch richtig - ihr Argument ist trotzdem falsch, kommentiert Manuel Kugler.
16.01.2026 10:28 Uhr

Nur eine Minderheit der Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland kassiert im Jahresdurchschnitt einen Strafzettel fürs Falschparken. Das Geld, das die Kommunen in die Verkehrsüberwachung stecken, ließe sich also sparen. Die wenigen Falschparker halten wir aus.

So soll an dieser Stelle freilich nicht wirklich argumentiert werden. So argumentieren allerdings immer wieder Gegner der Bürgergeld-Reform. Zuletzt Linken-Chefin Heidi Reichinnek, die vorbringt, die Zahl der Menschen, die sich den Jobcentern total verweigerten, sei „lächerlich“ gering. Das ist statistisch richtig. Falsch ist, daraus die Folge zu ziehen, die Sanktionen abzuschaffen. Denn allein die Existenz einer Sanktion hat Einfluss auf das Verhalten von Menschen - darauf beruht unser gesamtes Rechtssystem.

Zudem sind Sanktionen ein Gebot der Fairness. Eben nicht nur gegenüber den Steuerzahlern, sondern auch gegenüber denjenigen, die zu den Jobcenter-Terminen erscheinen und die sich bemühen, sich aus der Abhängigkeit des Staates zu befreien - denn das ist, da hat Heidi Reichinnek schon Recht, tatsächlich: die Mehrheit.