Gunzenhausen - Ein Schulprojekt zeigt, wie Schüler mit Mobbing umgehen und eigene Erfahrungen reflektieren.
09.02.2026 09:07 Uhr

Bis zu 25 Prozent aller Schülerinnen und Schüler erleben Gewalt in Form von Mobbing in ihrem Alltag. Diese erschreckende Zahl nahmen die Sozialpädagogen Maximilian Eitel und Thomas Pfaffinger an der Stephani-Mittelschule zum Anlass, um das Projekt „Sprache ist Gewalt: Mobben und Lästern“ zu initiieren. Die Unterrichtseinheiten bereiteten die Jungen und Mädchen auf eine mögliche Fahrt in die Bavaria Filmstudio in München vor. Dort geht es für eine Klasse schließlich zum „Filmenden Klassenzimmer“.

An der Stephani-Mittelschule ist Thomas Pfaffinger im Bereich der Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) als Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Maximilian Eitel beackert als Schulsozialpädagoge das weite Feld der Präventionsangebote. Für „Sprache ist Gewalt: Mobben und Lästern“ haben sie sich zusammengetan, um mit den jungen Menschen über jene Themen ins Gespräch zu kommen. „Körperliche Auseinandersetzungen haben wir bei uns an der Schule gut in den Griff bekommen“, freut sich Pfaffinger. Beleidigungen und andere verbale Formen der Gewalt seien jedoch an der Tagesordnung – mit möglichen vor allen psychischen Folgen für die Betroffenen.

Übungen und Reflexion im Schulalltag

Die erste Übung im Rahmen des Projektes setzte an der Lebenswelt der Jugendlichen an: Bei „Stopp & Go“ durfte jeder einen Schritt nach vorne machen, der einem Statement wie „Ich wurde schon einmal gemobbt“, „Ich wurde Hurensohn genannt“ oder „Ich habe schon mal gelästert“ zustimmt. „Vor allem beim Cyber-Mobbing über WhatsApp, Instagram, TikTok & Co. gibt es kaum Grenzen“, wissen die beiden Fachkräfte.

Bei der „Gewaltleiter“ waren die Jungen und Mädchen schließlich dazu aufgefordert, Situationen für sich persönlich einzuordnen. „Ein Schüler wird von anderen in seiner Klasse wegen seiner guten Noten ausgeschlossen“. Ist dies nun bei 20 Prozent Gewalt oder doch eher bei 80 Prozent einzusortieren? Eine schwierige Aufgabe, schnell ergab sich eine Diskussion, in der die Jugendlichen lernten: Gewalt wird von jedem anders empfunden. „Jeder von uns bringt seine eigenen Lebens- und somit Gewalterfahrungen mit sich“, macht Eitel deutlich. „Das Opfer bestimmt, wie schlimm die Gewalt empfunden wird – nicht der Täter.“

Gruppenarbeit und Quiz zur Vertiefung

Die Achtklässler erarbeiteten sich noch, dass es unterschiedliche Formen von Gewalt gibt. Anschließend ging es in eine Kleingruppenarbeit: Die Fragestellungen „Wo kann man sich als Opfer Hilfe suchen?“, „Wie lästert man richtig?“, „Welche Folgen kann Mobbing/Lästern haben?“ und „Wie reagierst Du auf Provokationen?“ wurden auf Plakaten beantwortet und die Ergebnisse anschließend den Mitschülern vorgestellt.

Anhand eines „Kahoots“ – ein virtuelles Quiz – fragten die Sozialpädagogen das Gelernte ab: „Die Schüler waren mit großem Interesse dabei und haben sich gut auf die Themen eingelassen.“ Zum Abschluss wurde ein „Leitfaden zum richtigen Lästern“ festgehalten. Schließlich gehöre der Austausch über unsere Mitmenschen zum sozialen Miteinander. Andere hier bloßzustellen oder gar auszuschließen, darf aber nicht sein.

Kreative Aufgabe und Wettbewerb

Am Ende erhielten die Achtklässler eine Aufgabe: Sie sollen ein Drehbuch zu „Sprache ist Gewalt“ schreiben. Die fertige Geschichte wird in einen Wettbewerb mit den anderen Klassen eingereicht. Die Klasse mit dem besten Drehbuch darf in die Bavaria Filmstudios München fahren und dort die Geschichte zum eigenen Film werden lassen.