Landkreis Roth/Schwabach - Das Landratsamt Roth und die Stadt Schwabach haben eine Broschüre für Direktvermarkter veröffentlicht. Diese liefert Informationen zu fast 140 regionalen Betrieben und enthält Rezepte von Landrat Ben Schwarz und Oberbürgermeister Peter Reiß.
06.03.2026 17:46 Uhr

Das Landratsamt Roth stellte eine neue Direktvermarkter-Broschüre für den Landkreis Roth und die Stadt Schwabach vor. Die Präsentation fand in Haag im Haselnussgarten der Familie Spachmüller statt. Landrat Ben Schwarz und Oberbürgermeister Peter Reiß fungieren als Schirmherren der Marketing-Initiative und als zwei der sieben Produktpaten in der Broschüre. Ben Schwarz übernahm die Patenschaft für Nudeln und lieferte ein Rezept für „Pesto nach Landrat-Art“. Peter Reiß verriet das Spargel-Lasagne-Rezept seiner Schwiegermutter, das sowohl weißen als auch grünen Spargel mit jeweils 750 Gramm verwendet.

„Die Broschüre ist eine schöne Kombination, die gekonnt in Wert setzt, was wir hier haben“, erklärte Reiß. Schwarz betonte den Mehrwert für Verbraucher, die „einfach und unkompliziert“ konkret Adressen, Ansprechpartner und Impulse erhalten. Eine Datenbank mit Such- und Filterfunktionen soll zeitnah an den Start gehen. „Online können wir sehr schnell reagieren, alle Informationen auf Stand halten, Neues ergänzen und so A und B zusammenführen“, betonte Anne Landmann vom Team im Landratsamt. Die digitale Plattform wird es Verbrauchern ermöglichen, gezielt nach bestimmten Produkten, Standorten oder saisonalen Angeboten zu suchen und dabei umfassende Informationen über die Betriebe und deren Philosophie zu erhalten.

Über 100 Seiten starke Regionalbroschüre präsentiert heimische Produkte von Kartoffeln bis Kichererbsen

Die Kampagne zielt darauf ab, Erzeuger zu unterstützen und Verbraucher für das regionale Angebot zu sensibilisieren. Während Spargel, Honig und Eier den meisten Verbrauchern bekannt sind, können Melonen oder Kichererbsen für Überraschungen sorgen. Als weitere Produktpaten fungieren Behördenleiterin Ingrid Bär vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und ihr Stellvertreter Wolfgang Jank sowie Kreisbäuerin Monika Volkert und Bauernverband-Kreisgeschäftsführer Daniel Meier. Die beiden Letzteren machen sich zusammen mit Kreisobmann Manfred Dorner für Milchprodukte stark, die „für unsere Region eine zentrale Rolle spielt und verbindendes Element zwischen Erzeugern und Verbrauchern ist“.

Das Team des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wählte die Kartoffel. Bär bezeichnet sich als „Kind der Kartoffelpfalz“ und steuerte das Familienrezept „Reibermäuse“ bei. Jank verriet, dass man ihn mit „Kniedla“ jederzeit locken könne. Die über 100 Seiten starke Broschüre gliedert sich nach Produktgruppen, die jeweils mit einem „Wissen kompakt“ eingeleitet werden. Ein Info-Teil schließt sich mit wissenswerten Daten zu den einzelnen Anbietern an. Der Inhalt wird durch Allgemeines zum Thema „Original regional“, eine Übersicht der Bauernmärkte, weitere Rezepte, Tipps, „Funfacts“ und weiterführende QR-Codes abgerundet.

Spachmüllers Haselnuss-Anbau zeigt Wandel der Direktvermarkter im Landkreis Roth

Verena und Johannes Spachmüller repräsentierten die teilnehmenden Betriebe. Ihr Familienbetrieb mit früher Tabakanbau fand bereits in den 1970er-Jahren über den Spargel den Weg in die Direktvermarktung. In den 2000ern kam die Haselnuss hinzu, die „immer noch in den Kinderschuhen steckt“. Das bedeutet ständige Weiterentwicklung, sei es beim Baumabstand oder kreativen Ideen zur Vermarktung. „Wenn wir uns nicht abheben, lassen wir’s“, formulierte Johannes Spachmüller den eigenen Anspruch an die Qualität, seiner Meinung nach ohnehin „das A und O“. Bär outete sich als Fan der Haager Haselnüsse und schwärmte von den Röstaromen.

Sie zog den Hut vor dem unternehmerischen Mut, immer wieder Neues zu wagen und sich verbessern zu wollen. „Das ist ganz grundsätzlich eine Stärke unserer heimischen Landwirte“, stellte sie heraus. Der Landkreis Roth ist der mit den meisten Sonderkulturen. „Reiner Ackerbau ist hier schwierig, man muss schon genau auf die Flächen schauen, um herauszufinden, wo und wie ich Ertrag herbringen“, ergänzte Jank. Fast 140 Betriebe sind in dem „echten Gemeinschaftswerk“ zu finden. Dies spiegelt wider, dass in Sachen Regionalität und Unterstützung der heimischen Betriebe alle an einem Strang ziehen.

Broschüre nach drei Wochen bereits stark nachgefragt

Reiß sieht noch einen weiteren Grund, warum Schwabach und Roth gut zusammengehen: „Viele unserer Bauern haben Flächen im Landkreis.“ Die Nachfrage nach der neuen Broschüre ist groß, berichtete Sachgebietsleiter Stefan Forster. Nur drei Wochen im Umlauf, zeigt sich bereits das Interesse der Verbraucher. Die Broschüre ist bei den Gemeinden, den teilnehmenden Betrieben und zum Herunterladen unter www.landratsamt-roth.de/originalregional verfügbar. Auf Nachfrage ist sie auch im Landratsamt erhältlich.