Fürth - Der Warnstreik im ÖPNV am Mittwoch, 8. April, trifft auch Fürth: Es rollen keine U-Bahn-Züge, im Busverkehr gilt ein reduzierter Fahrplan. So sieht die Lage aus.
08.04.2026 08:47 Uhr

An der U-Bahnhaltestelle Hardhöhe herrscht morgens gewöhnlich reges Treiben: Die beiden Rolltreppen befördern die Menschen entweder nach oben oder unten, wer Bewegung mag, nimmt die Treppe dazwischen. Für viele Pendler sind die schnellen Züge, aber auch die Buslinien das Verkehrsmittel, um in die Arbeit zu kommen. Am Mittwoch geht freilich nichts bzw. wenig. Das Tor zur U-Bahn-Station ist, genauso wie am Fürther Hauptbahnhof, geschlossen, oben verlieren sich gerade einmal drei Passanten an den Bus-Haltestellen.

Der Grund: Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten von VAG und Infra erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Begonnen hat der Ausstand um 4 Uhr morgens, 24 Stunden soll er dauern. Verdi will damit Druck machen in den Tarifverhandlungen, die laut der Gewerkschaft stocken.

Warnstreik im Nahverkehr: In Nürnberg stehen Straßenbahnen und U-Bahnen still

In Nürnberg stehen deshalb Straßenbahnen und U-Bahnen still, betroffen sind auch fast alle regulären Buslinien, nämlich die der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg. Auch Fürth muss heute dementsprechend ohne U-Bahn auskommen. Aber: Die Züge der Deutschen Bahn fahren und damit auch die S- und R-Bahnen. Das Servicetelefon der VAG und des VGN sowie das Kundencenter am Nürnberger Hauptbahnhof sind am Mittwoch nicht besetzt.

Die Infra will den Busverkehr in Fürth - wie bei den vorhergehenden Warnstreiks - zumindest mit einem reduzierten Fahrplan aufrechterhalten. Vornehmlich in Zusammenarbeit mit privaten Verkehrsunternehmen verkehren die Ersatzbusse voraussichtlich im 60-Minuten-Takt auf einem eingeschränkten Streckennetz.

Bus
Verwaist: die Bushaltestelle an der Hardhöhe in Fürth, wobei die Infra einen reduzierten Fahrplan aufrechterhält. © Claudia Ziob

Die Linien E71, E72, E73, E75, E77 (30-Minuten-Takt), E78, E79 und E33 verbinden jeweils tagsüber bis etwa 23 Uhr unter anderem die Stadtteile Burgfarrnbach, Hardhöhe, Vach, Atzenhof, Oberfürberg und Großgründlach sowie den Flughafen Nürnberg mit der Fürther Innenstadt. Auf der Linie E78 entfallen aufgrund der dortigen Straßensperrungen die Haltestellen Flößaustraße, Saarburger Straße, Vestner Weg und Erlöserkirche. Die Infra selbst wird mit „Verstärkerfahrten“ punktuell unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Alle Ersatzfahrpläne in Fürth sowie eine Übersicht des Ersatzliniennetzes sind im Internet unter www.infra-fuerth.de/fahrplaene zusammengestellt. Wichtig: An den Haltestellen sind keine Sonderfahrpläne ausgehängt. Wegen des kurzfristigen Streikaufrufs sind die Ersatzlinien, laut Infra, voraussichtlich nicht in der VGN-Verbindungsauskunft enthalten.

Die Kundinnen und Kunden haben sich anscheinend gut auf den Warnstreik eingestellt, wenn auch nicht alle Verständnis dafür haben: „Zu Zeiten von extrem gestiegenen Benzin- und Dieselpreisen“, schreibt eine Userin auf Facebook, „schafft man sich so bestimmt viele Freunde unter den Pendlern.“