
Der Respekt, den sich der HC Erlangen erarbeitet hat, fand bereits vor der Mammutaufgabe seinen Platz. „Das ist eine etablierte Bundesliga-Mannschaft, die hier befreit aufspielen kann“, erklärte Bennet Wiegert. Erinnern sollte Magdeburgs Erfolgstrainer natürlich auch an das Hinspiel, das sensationelle 31:31 in Nürnberg. „Am Ende waren wir glücklich, noch einen Punkt mitzunehmen“, gestand Wiegert im Rückblick auf den kolossalen HCE-Erfolg im Frühherbst. Im September hatte Erlangen den Ausfall von acht Stammkräften aufgefangen und sein Behauptungsvermögen gegen das Starensemble fantastisch zum Ausdruck gebracht. Beim Wiedersehen mit dem designierten Meister fehlte dem HCE erneut erfahrenes Personal - und beim 31:35 (14:15) nicht viel, um Zählbares zu ergattern.
Einen komplizierten Start schüttelte Erlangen schnell ab. Nachdem Tin Herceg zum ersten Mal herausragend pariert hatte, beruhigte Andri Rúnarsson die Szenerie mit einem staubtrocken verwandelten Siebenmeter. Dass Herceg weiter beeindruckte, half wie Rúnarssons fortwährende Zielsicherheit. Erlangen verteidigte Magdeburgs Extraklasse mit großem Engagement. Maciej Gebala erzwang den Siebenmeter, den Rúnarsson zum 5:6 nutzte (15.).
Der HC Erlangen wird für Bennet Wiegerts SC Magdeburg (beinahe) zur Stolperfalle
Längst war der HCE-Auftritt auch im Vorwärtsgang hochseriös. Als Sander Øverjordet und Marek Nissen mit hoher Präzision getroffen hatten, war Erlangen völlig gleichauf. Magdeburg musste alles investieren. SCM-Coach Wiegert ärgerte sich trotzdem so stark, dass er Yannik Bialowas im Feld stolpern ließ. Nissen traf per Traumdreher, Herceg parierte weiter, Runarssón bewerkstelligte Erlangens erste Führung, Metzners Prachtwurf zum 14:13 folgte (28.).
Der Start in die zweite Hälfte misslang gleichwohl. Matej Mandic wurde als Schlussmann zum Faktor, während man gegen Omar Magnussons Siebenmeter-Qualität kein Rezept fand. In der Abwehr fehlte nun der Zugriff und vorne die Präzision. „Wir wollen mit Mut weiterspielen“, forderte HCE-Coach Sellin, ehe Maxsim Lochman eine lange Torlos-Phase der Gäste beendete (36.).
Weil der Favorit in der Tore-Spur blieb, wurde die Aufgabe zu schwer. Hinten konnte Erlangen einen zielstrebigen SCM jetzt selten aufhalten. Vorne warf vor allem Lochman dem Spitzenteam die Bälle in schöner Regelmäßigkeit ins Netz. Der siebte Treffer des Toptalents bedeutete das 26:29 (52.). Erlangen war wieder dran, Tobias Buck erzielte das 28:29 (54.). Die Sensation für das Sellin-Team war erneut greifbar. Erst nachdem Mandic Bialowas‘ Hochkaräter entschärft hatte, zog der SCM bei einem sehr respektablen HCE-Auftritt davon.
Info
HC Erlangen: Herceg, Quenstedt; Lochman 7, Nissen 6, Runarsson 4/4, Gömmel 4, Øverjordet 3, Metzner 3, Bialowas 2, Buck 2, Kos, Scheerer, Firnhaber, Bialowas, Gebala, Sehnke.




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