Nürnberg - Jagdfolklore? Waldromantik? Das sucht man in der Inszenierung von Webers beliebter Oper „Der Freischütz“, die am 12. April im Opernhaus Premiere feierte, vergeblich. Die Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito blickt in andere Abgründe.
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ESO Opernfreund
Irrtierende Vergewaltigung eines großen Werkes
Was für ein Graus, was für ein Schrecken! Dies sollte eigentlich den Zuschauer packen, wenn Max mit dem Teufel in der furchterregenden Wolfsschlucht einen unheilvollen Pakt heraufbeschwört. Nicht nur um diese Schlüsselszene wurde d. Zuschauer gestern schamlos betrogen. Statt Gänsehaut, ob der dämonischen Vorgänge in der Schlucht, von Weber musikalisch und szenisch grandios in seinem Werk umgesetzt, blieb beim Zuschauer ein ganz anderes Entsetzen über die katastrophale Umsetzung des gesamten Stückes zurück. Vor die im unwürdigen kitschigen Blau wie aus einem billigen Kinderspiel entsprungenen Schlucht wurde eine durchsichtige Leinwand gefahren, auf die Drohnen, Kampflugzeuge und Hubschrauber während der ganzen Szene projiziert wurden. Dazu alle Protagonisten fast das ganze Stück in roten Kampfanzügen und fast alle Sprechszenen vom Band (!) in qualvoller Langsamkeit, Emotionslosigkeit und Monotonie. So einen Opernabend wünsche ich Keinem!
13.04.2026 12:12 Uhr