Frankfurt/Main - Der Tarifkonflikt bei Lufthansa spitzt sich zu, neben den Piloten und Pilotinnen legen auch die Flugbegleiter die Arbeit nieder. Bis einschließlich Donnerstag, 16. April, entfallen auch mehrere Lufthansa-Verbindungen von Nürnberg nach Frankfurt.
14.04.2026 21:11 Uhr

Bei der Lufthansa gehen die Streiks des fliegenden Personals mit kaum veränderter Härte weiter. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) kündigt weitere Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa, der Tochter CityLine und dem Ferienflieger Eurowings an. Damit müssen sich Passagiere erneut auf Flugausfälle einstellen. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor, wie die Gewerkschaft in Frankfurt mitteilte.

Der neuerliche Streik soll bei Deutsche Lufthansa AG, der Frachtgesellschaft Lufthansa Cargo und CityLine am Donnerstag und Freitag stattfinden. Bestreikt werden sollen Flüge, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen starten. Ausgenommen sind Flüge zu Zielen im Nahen Osten. Der Ferienflieger Eurowings wird zudem am Donnerstag bestreikt.

Bereits am Dienstag fielen durch den zweiten Streiktag der Piloten erneut hunderte Flüge der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline aus. Auch am Mittwoch und Donnerstag ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen, weil dann die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen.

Das beeinträchtigt auch den Flugverkehr am Albrecht Dürer Airport: Dort fallen am Mittwoch und Donnerstag insgesamt acht Lufthansa-Verbindungen ins Drehkreuz nach Frankfurt aus.

An ihren Drehkreuzen Frankfurt und München musste Deutschlands größte Fluggesellschaft für Dienstag mehr als 900 Starts und Landungen absagen. Starts des am Montag erstmals bestreikten Lufthansa-Ferienfliegers Eurowings fanden hingegen in Berlin, Düsseldorf und weiteren Flughäfen wieder planmäßig statt. Im Streit um die Betriebsrenten der Piloten wurde auch die Lufthansa Cargo bestreikt.

Fünfte Streikwelle zum Festakt

Mit der fünften Streikwelle des fliegenden Personals ab Mittwoch wird auch der für diesen Tag geplante Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen. Zu der Lufthansa-Veranstaltung im neuen Besucherzentrum des Unternehmens werden unter anderen Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) erwartet.

Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten weiterhin verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jedwede Kostensteigerungen bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, hatte Personalchef Michael Niggemann gewarnt.

Ähnlich ist die Situation bei der Kabinengewerkschaft Ufo, die für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag streikt und für die Beschäftigten der Cityline einen Sozialplan erreichen will. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Dienstag) hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr klargemacht, dass Vorstand und Aufsichtsrat an der beschlossenen Strategie festhalten: „Wir operieren Flugzeuge ausschließlich dort, wo sie Wert generieren.“