Würzburg - Dirk Nowitzkis Leben gleicht einem griechischen Epos - und das nicht nur wegen seiner goldenen Haare. In Folge fünf der „Größten Franken aller Zeiten“ geht es um Deutschlands besten Basketballer - und seinen Weg aus Würzburg in die NBA.
15.04.2026 08:00 Uhr

Der griechische Sagenheld Herkules musste einst zwölf Aufgaben erfüllen, um in den Kreis der Götter aufgenommen zu werden. Dirk Nowitzki brauchte gar 13 Jahre, bis er mit seinen Dallas Mavericks 2011 die NBA-Meisterschaft gewann und damit endgültig im Basketball-Olymp ankam. 21 Saisons und 1522 Spiele absolvierte der gebürtige Würzburger fürs gleiche Team, war wertvollster Spieler der regulären Saison, liegt auf dem siebten Platz in der Liste der NBA-Spieler mit den meisten erzielten Punkten, und ist wahrscheinlich der beste europäische Basketballspieler aller Zeiten.

In seiner großen Karriere, die Thema in Folge fünf der „Größten Franken aller Zeiten“ ist, musste er dabei immer wieder Rückschläge wegstecken: sportlich, privat oder geschäftlich. Dirk Nowitzki stand immer wieder auf. Nach seiner bitteren Niederlage in der Finalserie 2006 gegen die Miami Heat, in der die Mavericks bereits 2:0 in Führung lagen. Nach einem Betrugsvorfall in seinem privaten Umfeld, bei dem eine Frau unter falscher Identität eine Beziehung mit ihm führte. Nach seinem überraschenden Erstrundenaus als bestes Team der Hauptrunde 2007 gegen die Golden State Warriors. Oder nach der Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen seinen Mentor Holger Geschwindner, als Nowitzki selbst 15 Millionen Euro Kaution aufbrachte, damit sein Förderer aus der Untersuchungshaft entlassen werden konnte.

Wie der griechische Halbgott, der als Prüfung seiner Fähigkeiten Hydras bändigte, Hirschkühe fing oder goldene Äpfel stahl, musste Nowitzki seine gesamte Karriere über unermüdliche Ausdauer und Leidensfähigkeit beweisen. Mit unkonventionellen Methoden und tausenden Traningsstunden in einer miefigen Schulsporthalle in der oberfränkischen Provinz revolutionierte er das Spiel des Bigman und fügte dem Werkzeugkoffer dieser körperlich größten Spieler auf dem Basketballfeld auf ewig die Fähigkeit des Wurfes von Außen hinzu. Doch damit nicht genug: Nowitzki brachte den Basketball in Deutschland auf ein neues Niveau, ist einer der wenigen globalen Superstars des deutschen Sports und blieb seiner Heimat Würzburg immer verbunden - ist er der größte Franke aller Zeiten?

So funktioniert der VNP-Podcast „Die größten Franken aller Zeiten“

Zehn Folgen, zehn große Persönlichkeiten, zehn Mal Eintauchen in Biografien, diskutieren, streiten und Spaß haben - Thomas Correll und Lukas Koschyk machen sich auf eine Reise durch die Geschichte Frankens und der Menschen, die sie geprägt haben. Aus zehn Kandidatinnen und Kandidaten wollen die beiden Redakteure den oder die Größte bestimmen - die drei Kategorien sind: Genialität, Einsatz und Vermächtnis. In jeder sind maximal zehn Punkte zu vergeben, dazu kommt das Ergebnis des Votings, in dem alle Leserinnen und Leser des VNP vorab selbst ihre Reihenfolge bestimmen konnten. In der aktuellen Folge fünf ziehen die beiden Hosts das erste Mal auch ein Zwischenfazit und geben bekannt, wer aktuell die Liste anführt.

Uns ist bewusst, dass wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen, dieser Irrsinn ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen. Die beiden Redakteure sind keine Wissenschaftler und tragen keine Doktortitel. Große Namen und gute Geschichten - darum geht es. Über Rückmeldungen - egal ob positiv oder kritisch - freut sich das Team jederzeit unter podcast@vnp.de. Die ersten fünf Folgen von „Die größten Franken aller Zeiten“ sind auf allen gängigen Podcast-Plattformen zu finden, viel Spaß beim Zuhören.

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Podcast: Thomas Correll (links) und Lukas Koschyk suchen die größten Fränkinnen und Franken aller Zeiten © Hans-Joachim Winckler