Nürnberg - Wenig möchte man so sehr schützen wie das eigene Zuhause. Und doch scheint der Gedanke an Einbrecher im Alltag oft weit weg. Dabei wirken bestimmte Häuser und Bedingungen besonders einladend auf Einbrecher.
14.04.2026 08:00 Uhr

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Ein teures Auto in der Einfahrt, ein gut gestutzter Rasen, hochwertige Gartenmöbel und ein vielversprechender Blick durchs Fenster – noch immer kursiert die Annahme Einbrecher würden sich ihre Ziele ganz bewusst aussuchen und sich dabei die besonders wertvollen Exemplare herauspicken. N

ach dem einfachen Grundsatz: Umso mehr man in das eigene Zuhause investiert, desto gefährlicher wird es.

Das können Experten mittlerweile widerlegen. Täter denken viel praktischer – und nutzen auch die Gelegenheiten, die sich spontan bieten. „Die meisten Einbrüche werden nicht von ‚Profis‘, sondern von Gelegenheitstätern begangen“, sagt Julia Christiani von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen gedankenverloren gekippte Fenster offenlassen oder Türen nur ins Schloss ziehen, statt sie ordentlich abzuschließen. Einbrecher nutzen diese fahrlässigen Momente aus. Aber auch stehengelassene Leitern oder Mülltonnen, die nah an der Hauswand und unter Fenstern stehen sind im wahrsten Sinne des Wortes Steigbügelhalter für Kriminalität. Viele Begebenheiten lassen sich nach dem Hausbau oder Kauf nicht mehr groß beeinflussen: Ein gut erreichbares Garagendach vor dem Fenster etwa oder Bäume, auf die man problemlos klettern kann.

Wie viel in einem Haus wirklich „zu holen“ ist, lässt sich von außen oft nicht eindeutig sagen. Das wissen auch potentiell Kriminelle. Die Beratungsstelle für Einbruchschutz der Polizei in Berlin weiß: „Einbrecher wissen nicht anhand Ihrer Haus- oder Wohnungstür, ob Sie wirklich wertvolle Besitztümer haben.“ Die Wohngegend oder Optik des Hauses ist demnach gar nicht ausschlaggebend.

Ganz im Gegenteil: Wohngegenden wie Villenviertel mit einer gut vernetzten Nachbarschaft sind eher abschreckend. Und auch Einbrecher wissen: Wohlhabende Menschen geben ihr Geld durchaus auch für mechanisch gesicherte Fenster und moderne Frühwarnsysteme wie Einbruchs- und Überfall-Meldeanlagen aus. Die beste Alarmanlage sind nach wie vor aufmerksame Nachbarn, die sich sofort melden, wenn sie verdächtige Personen entdecken oder auf Unstimmigkeiten stoßen.