Hilpoltstein/Greding/Thalmässing - Schockanrufe haben am Dienstag mehrere Menschen im südlichen Landkreis Roth beunruhigt. Unbekannte gaben sich als Mediziner aus und setzten ihre Opfer massiv unter Druck. Die Polizei Hilpoltstein warnt eindringlich und gibt konkrete Verhaltenstipps.
15.04.2026 12:10 Uhr

Mehrere Menschen erhielten am Dienstag, 14. April, im südlichen Landkreis Roth Schockanrufe durch angebliche Mediziner und meldeten sich anschließend bei der Polizei in Hilpoltstein. Diese ereigneten sich im Raum Hilpoltstein/Greding/Thalmässing. Die Anrufer lockten mit Schockmeldungen über lebensbedrohliche Erkrankungen Angehöriger und wollten Geldforderungen erzwingen.

Ein Anrufer gab sich laut Polizeibericht als Professor der Uni-Klinik Regensburg aus und behauptete, die Tochter der Angerufenen habe Darmkrebs und brauche ein nicht zugelassenes Medikament aus der Schweiz zum Preis von 180.000 Euro. Die Geschädigte wurde wiederholt unter Druck gesetzt und dazu aufgefordert, Auskunft über vorhandene Barmittel zu geben; das Gespräch wurde mit der Drohung beendet, sie sei für den Tod ihrer Tochter verantwortlich.

Ein Folgetelefonat auf dem Mobiltelefon wurde nicht angenommen. Die Frau war stark aufgelöst, wurde durch Einsatzkräfte beruhigt und über das weitere Vorgehen informiert.

In einem weiteren Anruf auf einer anderen Telefonnummer behauptete ein vermeintlicher Professor ebenfalls, ein nächstes Familienmitglied liege im Sterben. Die Angerufene machte deutlich, dass ihre Tochter bereits 2017 verstorben sei; später wurde vom Sohn beziehungsweise Enkel gesprochen. Die Geschädigte erkannte den Betrugsversuch, teilte dies mit, woraufhin der Anrufer das Gespräch beendete.

Die Polizei gibt hierzu folgende Verhaltenstipps an die Hand, um Schockanrufen zu begegnen: Betroffene sollten bei derartigen Anrufen sofort auflegen. Die Polizei ergänzt: „Überprüfen Sie Behauptungen, indem Sie direkt bei Angehörigen oder bei der zuständigen Einrichtung anrufen (nicht die vom Anrufer angegebene Nummer verwenden).“

„Übergeben Sie kein Geld und nennen Sie keine Kontodaten“, warnt die Polizei weiterhin. Verdächtige Anrufe sollten umgehend der Polizei gemeldet werden, die derartige Vorkommnisse sehr ernst nimmt.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.