Nürnberg - Gute Gründe für ein Tempolimit gibt es viele - der hohe Spritpreis, der jetzt von den Grünen für eine erneute Forderung nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung herangezogen wird, ist allerdings keiner, kommentiert Redakteurin Christine Thurner.
16.04.2026 14:31 Uhr

Es spricht einiges für ein Tempolimit auf Autobahnen und dafür, das Thema immer wieder auf die Agenda zu holen. Auch wenn die Datenlage gerne unterschiedlich interpretiert wird: Unstrittig ist, dass eine Obergrenze von 120 oder 130 km/h zu weniger tödlichen Unfällen, weniger Emissionen von gesundheitsgefährdenden Schadstoffen und zu einer Reduktion klimaschädlicher Gase wie CO2 führen würde.

Es ist nachvollziehbar, dass die Grünen und andere Verbündete in dieser Sache jetzt ihre Chance wittern und die gestiegenen Spritpreise als Aufhänger nehmen, um den nächsten Vorstoß in Sachen Tempolimit zu starten. Logisch ist es nicht. Denn zum einen darf schon jetzt jeder auf der Autobahn vom Gas gehen, um spritsparend ans Ziel zu kommen, ganz ohne Gesetz.

Auch das Argument, das Tempolimit sei ein wirksames Mittel, um die Nachfrage nach Kraftstoffen zu senken und so die Spritpreise zu dämpfen, verfängt nicht. Würden Mineralölkonzerne dem Verbraucher möglichst faire Preise je nach Marktlage bieten, bräuchte es keine Diskussion um eine Übergewinnsteuer. Die Idee eines Tempolimits ist also nach wie vor richtig - die Verknüpfung mit den Spritpreisen ist es nicht.