
Wer war Kaspar Hauser? Und warum musste er sterben? Mehr als 190 Jahre nach seinem Tod sind diese Fragen noch immer nicht beantwortet. Darin liegt wohl die anhaltende Faszination. In Ansbach wird das Rätsel um das sogenannte „Kind Europas“ auch 2026 wieder zum Ausgangspunkt eines Festivals, das sich zwischen Kunst und Forschung bewegt.
Vom 26. Juli bis 2. August finden die Kaspar-Hauser-Festspiele statt, inzwischen zum 15. Mal. Rund 30 Veranstaltungen stehen auf dem Programm. Vorträge, Theater, Musik und bildende Kunst nähern sich dem historischen Fall aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dass die Figur bis heute nachwirkt, überrascht kaum: Hauser tauchte 1828 unter ungeklärten Umständen in Nürnberg auf, lebte später in Ansbach und starb dort 1833 an den Folgen eines Attentats – ein Fall, der bis heute Fragen aufwirft.
Zentrum der Festspiele ist erneut das Tagungszentrum Onoldia. Die Veranstaltungsreihe ist in den vergangenen Jahren gewachsen, die früher genutzten Räume am Karlsplatz reichen längst nicht mehr aus. Erwartet werden auch diesmal Gäste aus dem In- und Ausland.
Inhaltlich reicht die Spannweite von historischen und philosophischen Fragen bis hin zu künstlerischen Annäherungen. Vorträge beschäftigen sich etwa mit der Suche nach dem „Ich“, mit Hausers Gegenspieler Lord Stanhope oder mit Deutungen seines Lebens im Kontext späterer Jahrhunderte.
Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle: Erstmals stehen die „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach auf dem Programm. Das Theater Ansbach beteiligt sich zudem mit „Ein Deutsches Requiem op.45“ von Johannes Brahms, aufgeführt mit dem Windsbacher Knabenchor. Außerdem wird ein eigens für den Onoldia-Saal entwickeltes Theaterstück wieder aufgenommen.
Die Kaspar-Hauser-Festspiele gibt es seit 1998, sie finden alle zwei Jahre statt und greifen das historische Phänomen immer wieder neu auf, nicht nur als Kriminalfall, sondern auch als Stoff für Fragen nach Identität, Gesellschaft und Menschenbild.
Tickets sind ab sofort erhältlich, sowohl über die Tourist-Information in Ansbach als auch online über Reservix. Das vollständige Programm gibt es auf der Tourismus-Website der Stadt.



Keine Kommentare