Nürnberg - Ein 23-Jähriger tritt auf dem Nelson-Mandela-Platz zwei Männern mit dem Fuß gegen den Kopf und flüchtet wochenlang vor der Polizei - nun wurde der Verdächtige gestellt. Bei der Festnahme randalierte der mutmaßliche Täter und verletzte mehrere Beamte.
17.04.2026 11:15 Uhr

Es waren wohl tumultartige Szenen: Ende März geriet auf dem Nelson-Mandela-Platz direkt am Nürnberger Hauptbahnhof eine größere Personengruppe in Streit. Wechselseitig prügelten die Beteiligten aufeinander ein, ein 23-Jähriger aber trieb es besonders wild: Er soll einem 16- und einem 18-Jährigen mit dem Fuß gegen den Kopf getreten haben, als die schon am Boden lagen - und das mehrfach. Von dem Täter fehlte wochenlang jede Spur, obwohl die Kripo wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelte. Nun konnte der Verdächtige gestellt werden.

Wie das zuständige Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt, habe am vergangenen Donnerstag eine Streife den Gesuchten zufällig im Süden Nürnbergs entdeckt und wollte ihn kontrollieren. Als dem 23-Jährigen der Haftbefehl eröffnet worden sei, habe der sich aber vehement gewehrt. Er schlug, biss und trat nach den Beamten, heißt es in einer Pressemitteilung und konnte durch die rohe Gewalt zunächst zu Fuß flüchten.

Attacke auf Polizisten in Nürnberg: Mann wehrt sich gegen Festnahme

Allerdings nicht lange, denn: Durch eine großangelegte Fahndung konnte der 23-Jährige noch in der Südstadt gestellt werden. In der Schuckertstraße allerdings widersetzte sich der Mann erneut, er habe „erhebliche Gegenwehr“ geleistet, heißt es, und selbst noch auf dem Transport zur Polizeiwache Süd habe er den eingesetzten Beamten mit dem Tod gedroht. Mehrere Polizisten wurden nach Angaben des Präsidiums bei dem Einsatz leicht verletzt und mussten zunächst ärztlich versorgt werden.

Der Strafenkatalog wächst nun für den Mann, dem erheblicher Ärger droht. Neben dem Verfahren wegen versuchtem Totschlag wird dem 23-Jährigen nun auch noch Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen. Der Verdächtige soll im Lauf des Freitags einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden - er entscheidet, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt oder nicht.