Fürth - Paul Will hat das Kleeblatt deutlich stabilisiert. Beim Heimspiel gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber SV Darmstadt muss der Fürther Mittelfeldchef aus vertraglichen Gründen zuschauen. Es ist ein Ausfall, der kaum zu kompensieren ist.
17.04.2026 12:28 Uhr

Die wichtigste Nachricht des Tages verpackte die Spielvereinigung in einem Halbsatz. Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den SV Darmstadt am Sonntag (13.30 Uhr) erzählte Sprecherin Daniela Balda zunächst vom geplanten „Inklusionsspieltag mit der Lebenshilfe“ und dass „über 12.000 Zuschauer“ in den Ronhof kommen werden. Man hörte von der unveränderten Verletztensituation und in diesem Zuge nochmal von Marco Johns „Anbruch des Wadenbeinköpfchens“, von Philipp Ziereis Rückkehr nach einer Gelbsperre „und dann darf auch Paul Will am Sonntag aufgrund vertraglicher Situation nicht dabeisein“.

Rumms. Es war eine Nachricht, so hart wie eine Grätsche von Paul Will. Der 27-Jährige war bislang einer der Gründe, wenn nicht sogar der Hauptgrund, dass die Spielvereinigung in der Rückrunde deutlich konkurrenzfähiger ist als noch in der Hinrunde. Warum die Mannschaft in bislang zwölf Spielen nur 17 Tore kassiert hatte - nach zuvor 44 in 17 Partien. Das lag vor allem daran, dass Will im Mittelfeld so gut auf- und abräumte, dass er stets das richtige Gefühl für Räume hatte und in diesen mit Grätschen, aber auch vielen klugen kleinen Aktionen die Gefahr weit vom eigenen Tor weghielt.

Wer ersetzt Paul Will bei der SpVgg Greuther Fürth?

Auch gegen den SV Darmstadt, seinen eigentlichen Arbeitgeber, der ihn im Winter nach Fürth ausgeliehen hat, wäre Paul Will sehr wichtig gewesen. Das wussten sie bei den „Lilien“ aber bereits im Winter. In den Verhandlungen über eine Leihe hatten sie dem Kleeblatt keine Kaufoption zubilligen wollen. Seit Freitag weiß man: Sie wollten auch nicht, dass Will am Sonntag womöglich die Darmstädter Aufstiegshoffnungen zerstört.

„Wir hätten darauf pochen können, darauf zu verzichten, aber dann wäre Paul Will überall, nur nicht bei uns“, sagt Heiko Vogel. „In den Spielen, in denen er gespielt hat, hat er ganz klar gezeigt, warum wir diese Vereinbarung eingehen mussten. Es war relativ klar kommuniziert, dass das ein Grund sein könnte, dass eine Vereinbarung scheitert. Deshalb haben wir diesbezüglich in den sauren Apfel gebissen.“

Der Trainer muss sein Mittelfeld deshalb erneut umbauen. Nur: Wie? „Das ist eine gute Frage, die Stand heute nicht zu beantworten ist“, betonte Vogel. „Ich muss wirklich sagen, dass ich mir die Entscheidung final noch offenlasse. Es ist faktisch so, dass das die Statik unseres Spiels verändert, weil er in unserem Kader einzigartig ist mit dem, was er bietet. Ich habe aber andere Spieler, die andere Facetten bedienen. Es gilt, abzuwägen, was besser zum Spiel gegen Darmstadt passt.“

Nachdem mit Marco John, Sacha Bansé und Dennis Srbeny, der die Position im zentralen Mittelfeld in Karlsruhe besetzt hatte, drei Spieler verletzt ausfallen, muss Vogel zwischen drei Spielern entscheiden, auf die er zuletzt nur wenig gesetzt hatte. Julian Green kam nach seinen Adduktorenbeschwerden bislang nur zu Kurzeinsätzen und machte auch in Münster wenig Werbung für sich. Winterzugang Doni Arifi durfte in den vergangenen sechs Spielen insgesamt fünf Minuten mitspielen - und damit immerhin noch deutlich mehr als Mehmet Avlayici aus der U23. Von dessen Qualitäten hatte Vogel im Winter noch außerordentlich geschwärmt, der 19-Jährige hat aber seit Anfang Februar keine Sekunde mehr gespielt. Es bleibt beim Kleeblatt also: schwierig.


Info

Fürth: Prüfrock; Reich, Ziereis, Elvedi, Münz – Arifi, Dietz – Klaus, Hrgota, Ltaief – Futkeu.


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