
Ob bei offiziellen Terminen im Freistaat, auf Fachmessen oder im Austausch mit den Wein-, Bier-, Kartoffel- oder Zuckerrüben-Königinnen: Eine Bayerische Honigkönigin ist als Repräsentantin der heimischen Imkerei viel unterwegs und gibt der Branche ein öffentliches Gesicht. Nun stehen die Zeichen auf Wechsel. Der Landesverband Bayerischer Imker (LVBI) und der Verband Bayerischer Bienenzüchter (VBB) suchen für die kommenden zwei Jahre eine neue Honigkönigin sowie eine Honigprinzessin.
Die amtierende Bayerische Honigkönigin Elena Eberl und die Honigprinzessin Anja Bürzer werden ihre Ämter im September abgeben. Beide haben die vergangenen Jahre genutzt, um der Öffentlichkeit die Welt der Bienen näherzubringen, bei Veranstaltungen in Bayern, deutschlandweit und auch international, etwa beim Weltimkerkongress „Apimondia“ 2025 in Kopenhagen.
Krönung im Herbst: Wer wird die Bayerische Honigkönigin?
„Viele Menschen lieben Honig, aber nur wenige wissen, wie viel Engagement, Wissen und Idealismus in einem Glas steckt“, sagt Königin Elena Eberl rückblickend auf ihre Amtszeit. Sie habe vor allem das Ziel verfolgt, mehr Bewusstsein für Bienen, Imkerinnen und Imker sowie regionale Wertschöpfung zu schaffen. Auch für Honigprinzessin Anja Bürzer war das Amt prägend: Von Schulbesuchen über Imkervereine bis hin zu politischen Empfängen habe sie viele Einblicke gewonnen. „Auch ich selbst bin an dem Amt gewachsen und konnte meinen persönlichen und imkerlichen Horizont ein gutes Stück erweitern“, erklärt Bürzer.
Die neuen Honighoheiten sollen künftig wieder die Vielfalt der bayerischen Imkerei sichtbar machen – auf Messen, Märkten, Fach- und Verbraucherveranstaltungen sowie weiteren öffentlichen Terminen. Neben Fachwissen rund um Honig zählen laut Ausschreibung vor allem ein sicheres, freundliches Auftreten sowie Freude am Umgang mit Menschen.
Die beiden Ämter der Hönig-Hoheiten gibt es übrigens seit 1998. Während die Königinnen und Prinzessinnen schon aus Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, der Oberpfalz und Oberfranken kamen, stammten Regentinnen noch nie aus Mittel- oder Unterfranken.
Bewerben können sich Interessierte ab 18 Jahren, die der bayerischen Imkerei verbunden sind und Zeit für das zweijährige Ehrenamt mitbringen. Gefordert werden zudem ein Motivationsschreiben, Lebenslauf, Lichtbild sowie ein Kurzreferat zum Thema: „Warum ist die Bienenhaltung in Bayern weit mehr als Honigerzeugung – und was macht Bayerischen Honig so einzigartig?“
Die Bewerbung ist bis spätestens 15. Mai 2026 beim Landesverband Bayerischer Imker e.V. in Zirndorf einzureichen oder per E-Mail möglich. Eine Jury entscheidet nach Sichtung der Unterlagen und persönlichen Gesprächen über die künftigen Amtsinhaberinnen. Die feierliche Einführung ist für den 13. September 2026 beim Bayerischen Imkertag in Mindelheim geplant.
In Bayern gibt es laut dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus rund 280.000 Bienenvölker – mehr als ein Viertel aller Bienenvölker in Deutschland. Etwa 42.000 Imkerinnen und Imker sind in den bayerischen Imkerlandesverbänden organisiert, die Mehrheit davon im Freizeitbereich, weniger als ein Prozent betreibt die Imkerei erwerbsmäßig.
Auch regional ist die Imkerei breit aufgestellt: Der Bezirksverband Mittelfranken, als Teil des Landesverbandes Bayerischer Imker, zählt aktuell rund 3650 Mitglieder, die gemeinsam über 22.000 Bienenvölker betreuen. Er gliedert sich in sieben Kreisverbände und 76 Ortsvereine und bildet damit einen großen Teil der bayerischen Imkerei, die künftig von den neuen Honighoheiten repräsentiert wird. Auch deshalb hoffen die Verantwortlichen auf Bewerbungen aus Franken.
Weitere Informationen gibt es unter www.lvbi.de. Bewerbungen und Rückfragen sind per E-Mail an Bayerische.Honigkoenigin@t-online.de möglich.


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