
Frankreich macht vor, was Deutschland seit Jahren verschleppt - und ermöglicht jungen und bedürftigen Frauen kostenlose Menstruationsartikel. Während dort ab September Millionen Menschen entlastet werden, begnügt man sich hierzulande mit einem halbherzigen Schritt: der gesenkten Mehrwertsteuer auf sieben Prozent. Echter Fortschritt ist das nicht, sondern das Minimum dessen, was Frauen erwarten dürfen.
Der fehlende Zugang zu geeigneten Menstruationsprodukten trifft schließlich auch in Deutschland Menschen. Jede zehnte Frau muss aufgrund der eigenen finanziellen Lage laut einer Erhebung auf Toilettenpapier oder Stoffreste ausweichen - und setzt sich durch ungeeignete Produkte gesundheitlichen Risiken aus. Das ist ein gesellschaftliches Problem. Denn Menstruation nimmt keine Rücksicht, ob jemand arm oder reich ist. Sie kommt, jeden Monat.
Bis zu 650 Euro im Jahr geben Frauen aus - für ein unvermeidbares Grundbedürfnis. Dass vielerorts Ehrenamtliche einspringen und Tampons in Schulen oder Universitäten auslegen, ist kein Zeichen von Solidarität, sondern ein Armutszeugnis für den Staat. Wenn die Bundesregierung Gleichberechtigung ernst meint, muss sie Frankreichs Beispiel folgen.

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