Dietenhofen/Zirndorf - Nach wochenlangen Gesprächen haben sich das Management der Horst Brandstätter Group aus Zirndorf und der Betriebsrat zum geplanten Stellenabbau geeinigt. Jetzt ist klar, wie es für die 350 Beschäftigten des Playmobil-Werks in Dietenhofen weitergeht.
19.04.2026 12:18 Uhr

Am 30. Juni gehen im Playmobil-Werk in Dietenhofen (Landkreis Ansbach) endgültig die Lichter aus. Außer für ein paar wenige Mitarbeitende, die noch beim Abbauen und Aufräumen gebraucht werden, geht an diesem Tag für die Belegschaft ihre teils langjährige Arbeit mit den kleinen, lächelnden Spielfiguren zu Ende.

Die Horst Brandstätter Group hat jetzt bekannt gegeben, dass die Verhandlungen zum Abbau von 350 Stellen zwischen der Unternehmensführung und der Arbeitnehmervertretung beendet sind. „Das Unternehmen ist sich bewusst, dass die geplante Werksschließung für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit erheblichen persönlichen Einschnitten verbunden ist“, so die Group aus Zirndorf.

Die Gespräche mit dem Betriebsrat seien „konstruktiv“ gewesen und man wolle die Beschäftigten „bestmöglich unterstützen“. Viele aus der Belegschaft hatten ungeduldig auf Ergebnisse gewartet, jetzt schafft der Spielzeughersteller Klarheit: „Der Sozialplan umfasst unter anderem Abfindungsregelungen, die Einrichtung einer Transfergesellschaft sowie Angebote zur Qualifizierung, Weiterbildung und beruflicher Neuorientierung.“

Ab Juli wird Playmobil nur noch im Ausland produziert - vergangenes Jahr wurde das noch ausgeschlossen

Anna Freyberger, Personalleiterin bei der Horst Brandstätter Group, sagt: „Uns ist bewusst, dass die vereinbarten Maßnahmen den Verlust von Arbeitsplätzen nicht ausgleichen können.“ Dennoch wolle das Unternehmen auf dem weiteren Weg unterstützen und Perspektiven bieten.

Im Februar hatte die Zirndorfer Group, mit ihren Marken Playmobil und Lechuza, angekündigt, die Produktion von Playmobil in Dietenhofen und damit in ganz Deutschland einzustellen. Ab Juli werden die Plastikfiguren dann auf Malta und in Tschechien produziert. Grund dafür seien die gestiegenen Produktionskosten hierzulande und die wirtschaftliche Gesamtsituation der Horst Brandstätter Group.

Noch im Sommer 2025 hatte das Unternehmen Gerüchten über diesen Schritt vehement widersprochen und der Belegschaft ein Weiterführen des Betriebs zugesichert.