Thalmässing - Am 15. und 16. Mai finden die Kurzfilmtage Thalmässing statt. 26 Kurzfilme aus Deutschland, Österreich und anderen Ländern werden gezeigt. Besucher haben die Möglichkeit, direkt mit Filmemachern zu reden.
18.04.2026 17:00 Uhr

Die 32. Kurzfilmtage Thalmässing finden am 15. und 16. Mai im Bunker Thalmässing statt. Nach Angaben der Veranstalter werden 26 Filme mit einer Länge von drei bis 17 Minuten gezeigt. Der Einlass beginnt jeweils um 19 Uhr, die Vorführungen starten um 20 Uhr. 15 Sichter haben laut den Organisatoren aus über 360 eingereichten Filmen das Programm zusammengestellt. Sie schauten fast 142 Stunden Film und entschieden beim Sichtungstreffen im März über die Auswahl.

„Es tut jedes Jahr aufs Neue weh, so viele gute Filme nicht zeigen zu können“, sagt die Festivalmacherin Stefanie Singer. „Selbst in den Filmen, die nicht in Frage kommen, steckt immer noch sehr viel Arbeit“, ergänzt Benedikt Seidl. Das Festival wird von Peter Hauke und Hans Seidl geleitet, die die Kurzfilmtage zum 32. Mal ausrichten. Stefanie Singer und Benedikt Seidl übernehmen einen großen Teil der technischen und organisatorischen Umsetzung.

Kurzfilmprogramm aus sechs Ländern bricht 15-Minuten-Regel für syrischen Familienvater-Film

„Wir wollen, dass die Zuschauer Spaß haben, sich gut unterhalten fühlen und etwas mit den Filmen anfangen können. Dabei darf es aber auch mal anspruchsvoll sein“, sagt Hans Seidl. „Unsere Bodenständigkeit zeichnet uns aus. Bei uns geht es nicht versnobt oder kulturell hochtrabend zu“, ergänzt Peter Hauke. Das Programm zeigt unterschiedliche Filme. An jedem Abend werden andere Filme gezeigt, damit sich ein Besuch an beiden Tagen lohnt. Die Filme stammen aus Deutschland, Österreich, Belarus, den USA, Ecuador und Frankreich. Die Genres umfassen Fiktion, Animation, Dokumentation und Experimentalfilm.

Für den Film „Found undLost“ von Reza Rasouli wurde die 15-Minuten-Regel gebrochen. Der 17 Minuten und 37 Sekunden lange Streifen handelt von einem syrischen Familienvater in Wien, der eine verlorene Geldbörse im Club zurückgeben will. Was als gute Tat gemeint ist, stürzt ihn in Chaos aus Missverständnissen und Konflikten. Rasouli gewann 2023 bei den Kurzfilmtagen den 2. Publikumspreis. „Reza Rasouli traut sich an schwierige Themen, erzählt ohne erhobenen Zeigefinger und mit sehr viel Empathie für seine Hauptfiguren“, findet Stefanie Singer.

Drei Kurzfilme zeigen Rosenfarm-Realität, Familien-Outing und eine störende Ratte

Der Film „From Ecuador with Love“ beobachtet aus der Perspektive der Pflanzen die Prozesse auf einer ecuadorianischen Rosenfarm. Die Rosen werden nach Makellosigkeit sortiert und für den Transport in den globalen Norden vorbereitet. Der Film kommt ohne Sprache aus und zeigt eine Realität, über die man sich sonst wahrscheinlich nie Gedanken gemacht hätte. „Und das auf eine sehr ästhetische Art und Weise“, findet Benedikt Seidl.

„How to kill your family“ von Dominic Wittrin handelt von einem Outing an Weihnachten. Monika sollte das vielleicht hätte lassen sollen. „So etwas kann nur der Kurzfilm“, bringt es Hans Seidl auf den Punkt. Die Animation „Vor meine Tür auf einer Matte“ von Antje Heyn zeigt eine übergroße, durchtriebene Ratte, die bei dem Protagonisten einzieht. Sie pfeift zu den Liedern im Radio, versteckt sich im Kühlschrank, planscht in der Badewanne und ist überall. Als sie plötzlich verschwindet, ist nichts mehr wie zuvor. Der Protagonist realisiert, wie ruhig und leer es plötzlich um ihn geworden ist. Die Animation ist die Verfilmung eines Bilderbuchs.

Publikum vergibt Preise bei zweitägigem Filmfestival im Mai

„Eigentlich haben wir so unsere Schwierigkeiten mit Gedichtverfilmungen, weil die meistens sehr künstlerisch sind, aber hier haben wir eine Ausnahme gemacht, weil es eigentlich jeder verstehen kann“, sagt Peter Hauke. An beiden Abenden werden einige der Filmschaffenden erwartet, deren Filme zu sehen sind. Das Publikum kann in den Pausen in lockerer Atmosphäre mit den Filmemachern ins Gespräch kommen und sie zu ihren Werken befragen.

Am Freitag, 15. Mai, können die Zuschauer ab 20 Uhr ein rund 120 Minuten langes Programm mit 15 Filmen erwarten. Die Preise für die Freitagsfilme werden vom Publikum vergeben, denn am Ende des Abends wird abgestimmt. Am Samstag, 16. Mai, werden ab 20 Uhr rund 90 Minuten lang elf Filme gezeigt. Am zweiten Festivaltag stehen solche Filme auf dem Programm, die bereits Preise gewonnen haben und sich nun um den Horizonte-Sonderpreis der Bayerischen Medienzentralen bewerben.

Handgemachte Olgas und Abendkasse im Bunker Thalmässing für zehn Euro

Die Siegerfilme vom Freitag werden noch einmal zu sehen sein, nachdem die handgemachten Olgas, die Trophäe der Filmtage, und damit der Publikumspreis und die Preise der Medienzentralen, an die Filmemacher überreicht wurden. Die Karten für die Kurzfilmtage Thalmässing gibt es nur an der Abendkasse für 10 Euro. Schüler und Studierende zahlen 7 Euro. Der Veranstaltungsort ist der Bunker Thalmässing, Kirchenweg 3. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage kurzfilm-thalmaessing.de.