Fürth - Vögel stehen vor einer unsichtbaren Gefahr: Glasfassaden von Häusern. Sie bedeuten jedes Jahr für Millionen von ihnen den Tod, da sie Glas nicht als Hindernis erkennen und somit ungebremst gegen die Scheibe fliegen können.
20.04.2026 11:00 Uhr

Mit dem Frühling erwacht das Leben in Bayerns Gärten. Dort machen die Vögel aktuell mit ihren Gesängen auf sich aufmerksam, sind auf Partnersuche und bereiten den Nestbau vor. Dieses Naturereignis lässt sich jetzt gut im eigenen Wintergarten oder durch die Panoramascheiben im Wohnzimmer beobachtet. Doch die großen Glasfassaden bedeuten jedes Jahr für Millionen von Vögeln den Tod, warnt der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) in einer Pressemitteilung.

Da sie Glas nicht als Hindernis erkennen, fliegen sie ungebremst gegen die Scheibe und erleiden innere Verletzungen oder sterben sogar. Doch dagegen lasse sich ganz leicht etwas tun: Der LBV zeigt im Rahmen seines Projekts „Unsichtbares sichtbar machen – Reduzierung von Vogelschlag an Glas“ mit welchen einfachen, selbst gestalteten Lösungen, sich Kollisionen an Glasscheiben deutlich reduzieren lassen.

Glas als Todesfalle: Der LBV gibt Tipps, wie Vogelschlag im eigenen Garten verhindert werden kann

Vielen Gartenbesitzerinnen und -besitzern sei nicht bewusst, wie gefährlich Glas für Vögel sein kann. Die Tiere können die transparenten Flächen weder wahrnehmen noch ausweichen. Glasscheiben an Fassaden spiegeln die Gehölze im Garten und täuschen so Verstecke vor, während Wintergärten und Windfänge für Vögel unsichtbar sind. „Wer die gefiederten Besucher im eigenen Garten füttert und Nistkästen installiert, der sollte auch Gefahrenquellen durch Glasscheiben entschärfen“, betont Peter Stimmler, Leiter des Projekts.

Tipp 1: Das schützt wie am Schnürchen

Damit Vögel Glasscheiben als Hindernisse erkennen, müssen sie auf der ganzen Fläche mit gut sichtbaren Mustern markiert werden. Aus diesem Grund sind die weit verbreiteten Greifvogelsilhouetten und auch UV-Markierungen nicht wirksam. Seit einigen Jahren gibt es wissenschaftlich geprüfte Maßnahmen, mit denen Vogelschlag an Glas deutlich reduziert werden kann. „Die Installation eines selbstgebauten Schnurvorhangs aus weißer oder schwarzer Maurerschnur im Abstand von zehn Zentimetern ist eine bewährte, günstige und kaum sichtbare Maßnahme, um Vogel zu schützen. Die Schnüre müssen vor der Scheibe angebracht werden sowie oben und unten befestigt werden. Eine Anleitung hierzu findet sich unter www.lbv.de/vogelschlag

Tipp 2: Punkt um Punkt für Bayerns Vögel

Ein wirksames Punktmuster lässt sich ganz einfach mit einer selbst gebohrten Schablone aus Karton oder Kunststoff und einem wasserfesten Kreidemarker auf die Fensterscheibe auftragen. Die Punkte sollen mindestens 1,5 Zentimeter groß sein und höchstens neun Zentimeter Abstand zueinander haben. „Wer es kreativer mag, kann sich an eigenen Mustern und Motiven versuchen. Wichtig ist, dass der Abstand zwischen den Mustern nicht größer als eine Handfläche ist“, heißt es.

Tipp 3: Design und Vogelschutz verbinden

Eine hochwertige und ästhetisch ansprechende Lösung sind spezielle Markierungen aus Aluminium: Die kleinen silbernen Punkte werden von der Trägerrolle auf die Scheibe geklebt, ein beiliegendes Maßband hilft beim gleichmäßigen Anbringen. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt und wird von Naturschutzverbänden und Behörden empfohlen. Die Punkte bedecken weniger als ein Prozent der Fläche und sind daher von außen kaum sichtbar, von innen wirken sie wie ein dezentes Muster.


Info

Im Rahmen des Projekts bietet der LBV Beratung zu Ursachen und zu wirksamen Schutzmaßnahmen an. Weitere Informationen gibt es unter www.lbv.de/vogelschlag