
Zwischen Grabsteinen und schattigen Alleen entsteht ein neuer Ort der Begegnung: Auf dem Johannisfriedhof lädt ab Mai ein mobiler Kaffeeanhänger regelmäßig zum Innehalten und zum Austausch ein. Jeden zweiten Sonntag im Monat – bei gutem Wetter jeweils von 13.30 bis 16.30 Uhr – gibt es Kaffee, Tee und selbstgebackenen Kuchen gegen eine kleine Spende.
Der Anhänger stammt aus einer Spende des Nürnberger Kabarettisten Oliver Tissot. Sein Projekt trägt den Namen „MOKKA“ – und das steht für „Mobiler Kaffee- und Kuchen-Anhänger“. Ausgestattet ist das Gefährt mit Klappstühlen, Sonnenschirm, Thermoskannen sowie allem, was es für eine kleine Bewirtung braucht.
Friedhofsleiterin: „Hier ist auch ein besonderer Ort der Begegnung“
Einerseits ist der Ort dafür ungewöhnlich, aber andererseits gibt es gute Gründe, hier so etwas zu installieren. Der Johannisfriedhof zählt zu den bekanntesten historischen Friedhöfen Deutschlands und gilt vielen als parkähnlicher Ruheort. Genau hier setzt die Idee an. „Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein besonderer Ort der Begegnung“, sagt Friedhofsleiterin Elfi Heider. Ziel sei ein respektvoller Treffpunkt, an dem Menschen kurz verweilen und miteinander ins Gespräch kommen können.
Das Angebot richtet sich bewusst an alle: an Trauernde ebenso wie an Spaziergänger. Tissot verfolgt damit ein klares Anliegen. Der Anhänger soll helfen, Einsamkeit zu begegnen – niedrigschwellig, unkompliziert und mitten im Alltag. Vergleichbare Initiativen gibt es bereits in anderen Städten, wo Ehrenamtliche auf Friedhöfen kleine mobile Cafés betreiben.
Seine Premiere feiert das Projekt am Montag, 20. April, um 11 Uhr. Das Datum ist bewusst gewählt. Zum einen fällt es auf den „Tag der Anerkennung von Freiwilligen“. Zum anderen jährt sich an diesem Tag der Todestag von Johann Christoph Denner, dem Erfinder der Klarinette, der auf dem Johannisfriedhof begraben liegt. Für Tissot ein passender Auftakt. „Wir wollen für Harmonie sorgen – und dafür, dass man ein paar Takte miteinander reden kann“, sagt er. Weiter geht es dann am 10. Mai, 14. Juni und 12. Juli.
Der Autor, Moderator und Kabarettist Oliver Tissot sorgt immer wieder mal für neue Begegnungen durch Kunst und Aktionen im öffentlichen Raum. In der Günthersbühler Straße hat er einen Witz-Automaten aufgehängt. An der Endhaltestelle in Erlenstegen wollte er kürzlich Bizza installieren. Die Wortschöpfung steht für „Bücher und intelligenter Zeitvertreib zum Ausleihen“. Der Schrank mit dem Lesefutter wurde allerdings mittlerweile wieder entfernt.

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