
Die ohnehin schon bedrohliche Situation des Kleeblatts war zum Start ins Wochenende nochmal ein bisschen bedrohlicher geworden. Am Freitagabend besiegte Holstein Kiel den 1. FC Kaiserslautern mit 3:0 und zog auf fünf Punkte davon, am Samstag gewannen auch Dynamo Dresden und der 1. FC Magdeburg ihre Spiele und bauten so ihren Vorsprung auf die abstiegsbedrohten Fürther weiter aus.
Die hatten sich nach ihrem kurzen Zwischenhoch zuletzt wieder schwergetan und aus den vergangenen drei Spielen nur einen Zähler geholt. Deshalb gingen sie als Tabellenvorletzter in das Heimspiel gegen den SV Darmstadt, ein Sieg gegen den Aufstiegskandidaten war fast schon Pflicht, um den Anschluss und auch das gute Gefühl nicht zu verlieren. Diesem großen Druck hielten die Fürther stand, holten zwei Rückstände auf und gewannen dank eines glänzenden Torjägers Noel Futkeu mit 3:2.
SpVgg Greuther Fürth mit vier Änderungen in der Startelf
Nach dem 0:0 in Münster hatte sich Heiko Vogel zwar bemüht, das Positive herauszustellen, so ganz zufrieden schien der Trainer aber nicht gewesen zu seinen mit dem Auftritt seiner Mannschaft. Das sah man beim Blick auf die Startelf, in der vier neue Namen auftauchten: Doni Arifi sollte im Mittelfeld den Platz von Paul Will einnehmen, der gegen seinen Stammverein aus vertraglichen Gründen nicht spielen durfte, Philipp Ziereis kehrte nach überstandener Gelbsperre in die Innenverteidigung zurück, Jannik Dehm übernahm die rechte Abwehrseite und Aaron Keller auf der linken Außenbahn anstelle des zuletzt glücklosen Sayfallah Ltaief.
Schon kurz nach dem Anpfiff sah man, dass sich Vogel zudem zur Rückkehr zur Dreierkette entschieden hatte und Dehm und Keller als „Schienenspieler“ die kompletten Seiten bespielen sollten. Auch mit dem neuen, alten System wurde das Kleeblatt sofort gefährlich: In der dritten Minute wurde ein Schuss von Noel Futkeu geblockt, in der vierten Minute wurde Felix Klaus nach Zuspiel von Branimir Hrgota noch entscheidend gestört, weshalb sein Schuss am Tor vorbei ging, in der siebten Minute flog ein Versuch von Hrgota abgefälscht drüber.
Erst in der elften Minute kamen die Darmstädter erstmals gefährlich vor das Fürther Tor - und wären beinahe in Führung gegangen: Kai Klefisch suchte und fand Fraser Hornby mit einem Chipball, den der Angreifer direkt aus der Luft nahm und knapp über die Latte hob. Die Fürther Verteidigung hatte dabei auf Abseits spekuliert, die Fahne des Assistenten blieb aber unten. Danach übernahmen wieder die Weiß-Grünen: Futkeu drosch einen Schuss in Rücklage in Richtung Anzeigetafel (13.), Dehm verzettelte sich beim Dribbling im Strafraum (18.).
Danach verflachte die Partie, ehe sich Ex-Nürnberger Fabian Nürnberger auf den Boden setzte und nicht mehr weiterspielen konnte. Für ihn kam bereits in der 25. Minute Raoul Patretta, der fünf Minuten später die erste Darmstädter Ecke herausholte - die das Kleeblatt schadlos überstand. In der 35. Minute aber sah man wieder, warum die Spielvereinigung in großer Abstiegsgefahr ist: Torhüter Silas Prüfrock ließ einen harmlosen Schuss von Klefisch nach vorne abprallen, was Isac Lidberg dankend annahm und die Gäste in Führung schoss.
Von diesem Rückschlag ließ sich das Kleeblatt aber nicht beeindrucken. Nach einer Ecke konnte Patric Pfeiffer einen Schuss von Futkeu nur mit der Hand stoppen, Schiedsrichter Eric Weisbach zeigte sofort auf den Punkt: Elfmeter. Torjäger Futkeu schnappte sich, wie schon im Hinspiel, den Ball, verlud Marcel Schuhen und glich wieder aus (41.). Nachdem Hornby in der fünften Minute der Nachspielzeit nochmal knapp am Fürther Tor vorbeigeschossen hatte, war Pause. Das Kleeblatt war in den ersten 45 Minuten die klar bessere Mannschaft gewesen, hatte aber deutlich zu wenig aus seinen vielen Möglichkeiten gemacht. 1:1.
Kurz nach Wiederanpfiff erspielten sich die Fürther zwei große Chancen auf die Führung. Erst scheiterte Hrgota nach einem schnellen Konter auf Zuspiel von Futkeu an Schuhen, bei der nachfolgenden Ecke fischte der Darmstädter Torhüter einen Kopfball von Philipp Ziereis noch aus dem Eck (51./52.). Es sollten aber für längere Zeit die einzigen Höhepunkte bleiben, weshalb es trotz der 12.622 Zuschauer ziemlich still und bedächtig zuging im Sportpark Ronhof, wo keine der beiden Mannschaften den unbedingten Siegeswillen ausstrahlte.
Trotzdem durften eine Viertelstunde vor Schluss wieder die Gäste jubeln: Marco Richter spielte seinen Kollegen Hornby im Strafraum frei, den Münz und Elvedi zwar gemeinsam am Torschuss hindern konnten, der Abpraller rollte aber vor die Füße des eingewechselten Yosuke Furukawa, der aus sieben Metern keine Probleme hatte, das 1:2 zu erzielen. Die Fürther reklamierten danach zwar ein Handspiel von Hornby, doch sowohl der Schiedsrichter im Ronhof als auch der im „Kölner Keller“ hatten keine Einwände.
Doch auch dieser Rückstand zwang das Kleeblatt nicht in die Knie: Nachdem Klaus in der 84. Minute noch vorbeigeschossen hatte, scheiterte auch Futkeu aus kurzer Distanz zunächst an Schuhen, drückte den Abpraller aber zum 2:2 über die Linie (85.). Die Fürther wollten nun mehr, drückten auf das 3:2, hätten nach einem Fehler im Aufbauspiel aber fast das 2:3 kassiert. Lidbergs Schuss landete vom heraneilenden Münz abgefälscht an der Latte, dann rettete Prüfrock bei einem Abschluss von Richter aufs kurze Eck (89.).
In der siebenminütigen Nachspielzeit hatte der eingewechselte Felix Higl das 3:2 auf dem Fuß, ein Darmstädter warf sich aber noch in seinen Schuss. Doch in der 94. Minute explodierte der Ronhof: Futkeu schoss vor der ausflippenden Nordtribüne mit seinem dritten Treffer des Nachmittags das 3:2 und das Kleeblatt so zu einem extrem wichtigen Sieg im Abstiegskampf.





5 Kommentare
SpVggvon1903
prima futkeu, nahezu der einzige, der sehr konstant diese saison durchgefightet hat.. die folge wird wohl sein, dass er im sommer weg ist und mit den kroeten loecher gestopft werden.
um das ganze mal einzuordenen: 2 punkte vom vorletzten platz weg, schweres restprogramm und im vergleich 4 punkte schlechter als in dieser unsaeglichen saison 17/18
und an alle, die wieder unterschiedsspieler hochjauchzen: fuer 10 - 15 tausend euro die WOCHE erwarte ich mehr als alle 4-5 spieltage mal 2 gute paesse. es mag scharf klingen, aber das ist nichts anderes als das einfordern einer kontinuitaet bei der leistung fuer diese hohe gage in der zweiten liga! zu viele haben zu oft diese notwendige leistung nicht gebracht, deshalb stehn wir da wo wir stehen.
vor 3 Stunden