
Auch Hyundai ist auf dem Weg in die alternative Mobilitätszukunft. Bis die koreanische Marke mit einem elektrischen Flugauto sogar in die Luft über den Großstädten geht, wird es gemäß Planung zwar noch bis 2028 dauern. Auf dem Boden der aktuellen Tatsachen ist man aber schon einmal bestrebt, die Elektrifizierung voranzutreiben, siehe die batterieelektrischen Modelle Hyundai Ioniq 5, Ioniq 6 und Kona Elektro, siehe aber auch das wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Fahrzeug Nexo. Für die Zeit ab 2035 versprechen die Südkoreaner nur noch Null-Emissions-Antriebe.
Diesel mit 177 PS
Zur Nachhaltigkeit kann es aber auch gehören, so viele Passagiere wie möglich in einem Fahrzeug unterzubringen. Dem trägt der 5,25 Meter lange Staria Rechnung, der standardmäßig sieben Sitzplätze und jetzt sogar deren neun bietet. Das Thema „Zukunft“ bedienen die Südkoreaner allerdings in erster Linie übers futuristische Design. Der Antrieb hingegen bleibt konventionell, eine zweite Wahl bleibt dem Kunden nicht, er kann ausschließlich auf einen 2,2-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 130 kW/177 PS zurückgreifen. Eine Motorisierung, die trotz aller Elektrifizierungstendenzen auf den führenden Industriemärkten durchaus zu diesem Fahrzeugsegment passt, in dem sich der Staria bei Flottenkunden wie Hotels, aber auch bei Fahrservicediensten, Taxiunternehmen und größeren Familien bewähren soll.
Schon das erste Probesitzen zeigt: Die Insassen fühlen sich großzügig untergebracht, beim Siebensitzer „Signature“ sogar auf komfortablen Einzelsitzen in der zweiten Reihe. Dank der tief liegenden Gürtellinie und der großen, seitlichen Panoramafenster ist die Rundumsicht grandios. Nicht zuletzt verbessern die Glasflächen das Raumgefühl im Staria. Der Zustieg in die rückwärtigen Räumlichkeiten erfolgt über beidseitige Schiebetüren.
Grundsätzlich sind die Sitze in der zweiten Reihe um 20 Zentimeter und die in der dritten um 40 Zentimeter längs verstellbar, das gilt auch für den Neunsitzer in den Ausstattungen „Trend“ und „Prime“, der seine Passagiere nach dem Drei-Mal-Drei-Prinzip verteilt, auf drei Sitzreihen mit jeweils drei Plätzen also. Besonders variabel gestaltet sich die Transportkapazität beim Neunsitzer deshalb, weil sich – im Unterschied zum Siebensitzer – die Rückenlehnen der hinteren Sitzreihen umklappen lassen. Dadurch steigt das Volumen des Gepäckabteils von 831 bis auf maximal 1303 Liter.
Besonders luxuriös geht es in der – rätselhafterweise ausschließlich dem Siebensitzer vorbehaltenen - Ausstattungslinie „Signature“ mit Lounge-Charakter zu: Hier können die Mitreisenden die Sitzkissen, die Rückenlehnen und die Beinstützen der Relax-Einzelsitze in der zweiten Reihe elektrisch einstellen. Sogar eine entspannte Liegeposition ist per Knopfdruck möglich. Alle Sitze sind mit Nappaleder bezogen.
Die Konnektivität ist über USB-Anschlüsse in jeder Reihe gesichert. Zu den weiteren Gadgets, die den Passagieren zugutekommen, zählt die optionale Weitwinkelkamera „Passenger View“ plus Talk-Modus, ein System, mit dem Fahrer und Beifahrer die Personen, oft Kinder, auf den Rücksitzen nicht nur im Blick behalten, sondern über Mikrofon und Lautsprecher auch verbal mit ihnen kommunizieren können.
Für gute Unterhaltung an Bord sorgt außerdem die im „Signature“-Paket serienmäßige Bose-Anlage mit zwölf Lautsprechern. Weil ferner das Navigationssystem mit 10,25-Zoll-Touchscreen, ein ebenso großes volldigitales Cockpit-Display, ein 360-Grad-Monitor, die Telematik-Dienste Bluelink, eine Zweizonen-Klimaautomatik, die elektrisch zu betätigenden Schiebetüren sowie die gleichfalls „elektrische“ Heckklappe zum Lieferumfang gehören, überrascht es letztlich nicht, dass der nur als „Signature“ erhältliche Siebensitzer deutlich mehr kostet als der Neunsitzer. Ersterer fährt in Stufe „Trend“ bereits ab 48.100 Euro vor, letzterer erst ab 57.550 Euro.
Nicht versäumen wollen wir es, einen Blick auf die „Trend“-Mitbringsel zu werfen: Die Variante bietet immerhin schon Voll-LED-Scheinwerfer, den Totwinkelassistenten und neben dem Smart-Key mit Start-Stopp-Knopf das Navi mit großem Touchscreen sowie sinnvolle Assistenzsysteme wie die autonome Notbremse. Weitere Annehmlichkeiten sind zum Teil in Paketen gebündelt, zum Shuttle-Paket (1850 Euro, Serie bei Prime und Signature) beispielsweise gehören der erwähnte Passenger-View- und Talk-Modus, Sitzpolster in Artico-Leder sowie eine Belüftung für Fahrer- und Beifahrersitz.
Die Kraft des 2,2-l-CRDi-Diesels mit passend abgestufter Achtgang-Automatik (Serie) wird an die Vorderräder geleitet, alternativ bietet Hyundai gegen 2050 Euro Aufpreis für alle Staria-Varianten Allradantrieb an. Der kräftige Selbstzünder gibt sich sparsam im Verbrauch: Kombiniert werden in der realitätsnahen WLTP-Norm 8,5 bis 8,9 Liter auf 100 Kilometer angegeben; entsprechend 222 bis 232 g/km CO2-Emissionen. Vorteilhaft: Der 75-Liter-Tank gewährt hohe Reichweiten von rund 800 Kilometer. Gelassen mag da mancher Fahrer samt Reisegruppe an E-Ladestationen vorbeifahren.
Allradantrieb bevorzugt
Vom Staria will Hyundai in diesem Jahr insgesamt 4700 Einheiten verkaufen, der überwiegende Teil soll an Privatkunden gehen. Der Allradanteil wird auf beachtliche 80 Prozent geschätzt. Eine Zahl noch, die den Erfolg in Deutschland signalisiert: Der Marktanteil liegt ziemlich stabil bei vier Prozent. Um das einzuordnen: Toyota hat es im Jahr 2022 nur auf drei, Peugeot auf 1,7 Prozent gebracht.
Hyundai Staria in Kürze:
Wann er kommt: Ist bereits erhältlich.
Wen er ins Visier nimmt: VW Multivan, Mercedes Vito/V-Klasse
Was ihn antreibt: 2,2-l-Reihenvierzylinder-Diesel mit 130 kW/177 PS in Kombination mit Achtgang-Automatik.
Was er kostet: Ab 48.100 Euro (Neunsitzer „Trend“) beziehungsweise 57.550 Euro (Siebensitzer „Signature“).
Was noch kommt: Bis 2026 wahrscheinlich ein hybridisierter Benziner.



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