
Die Stephani-Mittelschule in Gunzenhausen beteiligt sich an einem zukunftsweisenden Schulversuch des Freistaats Bayern. Im Projekt „Evidenzbasierte Schule – Lernen, Steuern und Entwickeln mit System“ geht es darum, Unterricht und Förderung stärker auf fundierte Daten zu stützen und damit die Lernentwicklung von Schülerinnen und Schülern gezielt zu verbessern, wie die Leitung der Stephani-Mittelschule mitteilt.
Die Schule ist eine von nur sieben Mittelschulen in ganz Bayern, die für die Teilnahme ausgewählt wurden. Der offizielle Auftakt fand nun im Literaturhaus München statt. Dort vertraten Rektor Alexander Fitzner, die Lehrkräfte Nadja Ringling sowie Jermaine Pfeuffer die Stephani-Mittelschule und informierten sich über Inhalte und Ziele des mehrjährigen Projekts. Die konkrete Umsetzung erfolgt seit Schuljahresbeginn im neuen Unterrichtskonzept der Stephani-Mittelschule und wird von der Stiftung Bildungspakt Bayern begleitet.
Daten auch in Gunzenhausen gezielt auswerten und die Jugendlichen fördern
Im Zentrum des Schulversuchs steht die systematische Nutzung von Daten aus Lernstandserhebungen, Tests und anderen diagnostischen Verfahren. Diese sollen nicht nur erhoben, sondern gezielt ausgewertet und direkt in pädagogisches Handeln umgesetzt werden. Ziel ist es, Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu erkennen und individuelle Fördermaßnahmen passgenau einzusetzen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Basiskompetenzen, insbesondere in Deutsch und Mathematik. Durch eng verzahnte Prozesse von „Testen und Fördern“ sollen Lernlücken schneller geschlossen und Fortschritte messbar gemacht werden.
Dazu werden unter anderem feste Förderstrukturen in den Schulalltag integriert. Auch der Unterricht ist vor allem in der aktuellen fünften Jahrgangsstufe so konzipiert, dass das selbstgesteuerte Lernen im Zentrum steht, um einen individuellen Lernerfolg zu erzielen. Dies erfolgt unter anderem durch den Einsatz von Lernlandkarten oder einer Leseförderung. Dabei konnten schon erste Erkenntnisse, aber auch Erfolge verzeichnet werden. „Die Stephani-Mittelschule wird daher den eingeschlagenen Weg fortsetzen und in weitere Jahrgangsstufen systematisch einbauen“, so Fitzner. Die konkrete Planung erfolgt im Arbeitskreis Schulentwicklung an der Schule unter der Leitung von Nadja Ringling.
Forschung, KI und verantwortlicher Schutz
Der Schulversuch knüpft an internationale Forschungsergebnisse an, die zeigen, dass Bildungssysteme besonders erfolgreich sind, wenn sie datenbasiert arbeiten und ihre Maßnahmen kontinuierlich überprüfen. Gleichzeitig spielen auch digitale Entwicklungen eine wichtige Rolle: Moderne, teils KI-gestützte Instrumente eröffnen neue Möglichkeiten, Lernprozesse zu analysieren und individuell zu begleiten.
Bayerns Kultusministerin Anna Stolz betonte beim Auftakt die Bedeutung des Projekts für die Weiterentwicklung der Schulen. Es gehe darum, aus Daten konkrete Maßnahmen abzuleiten und jedes Kind zum richtigen Zeitpunkt bestmöglich zu fördern. Dabei werde großer Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit sensiblen Daten gelegt, bei dem stets der Mensch im Mittelpunkt stehe.
Auch die Wirtschaft unterstützt das Vorhaben. Die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft - engagiert sich als Exklusivpartner und sieht in einer verbesserten schulischen Bildung eine zentrale Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Standorts Bayern. Gerade angesichts sinkender Leistungen in grundlegenden Kompetenzen könne evidenzbasiertes Arbeiten dazu beitragen, die Qualität nachhaltig zu steigern.
Für die Stephani-Mittelschule bedeutet die Teilnahme an dem Schulversuch eine große Chance: Neue Konzepte können erprobt, bestehende Strukturen weiterentwickelt und die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler gezielt verbessert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen später auch anderen Schulen zugutekommen und so langfristig Impulse für das gesamte Bildungssystem in Bayern liefern.





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