
Ja, das waren fantastische Aufnahmen, die von Bord der Artemis 2 geschickt wurden: Die Rückseite des Mondes - und dahinter unser Planet. Die Crew berichtete, was auch viele ihrer Vorgänger schilderten: Wie beeindruckend und bewegend vor allem der Blick vom All auf unsere Erde war - diesen fragilen, durch viele Krisen und Kriege bedrohten Ort.
Und hier soll auch keineswegs die Raumfahrt an sich in Frage gestellt werden. Sie ist nicht mehr wegzudenken. Und, nüchtern betrachtet, längst ein Element der Weltwirtschaft und -politik: Die Großmächte werfen nicht erst seit der Artemis-Tour begehrliche Blicke ins All: auf Rohstoffe, die es am Mond oder auch auf dem Mars gibt. Tech-Milliardäre wie Elon Musk wollen mit Satelliten, Raumfahrt-Tourismus und Kraftwerken im All vor allem Geld verdienen.
Hier, auf dieser Erde, entscheidet sich unsere Zukunft vor allem
Natürlich ist es schön und faszinierend, die Tour zu begleiten. Auch das Nutella-Glas, das durch die Raumfähre flog, schrieb ein Stück Geschichte. Und dass im All Nationen zusammenarbeiten, im Team und harmonisch: Ja, auch das ist beachtlich. Aber es kann, emotionslos analysiert, nicht darüber hinwegtäuschen, dass teils die selben Nationen sich auf Erden bekämpfen. Und hier, auf dieser Erde, entscheidet sich unsere Zukunft in allererster Linie.
Da wäre es allemal wichtiger, ja notwendig, erst mal die Erde in Ordnung zu bringen. Und die Raumfahrt als Mittel zu diesem Zweck zu sehen: Was bringt es der Menschheit wirklich, ins All zu fliegen? Prestige für Nationen - das allein ist kein sinnvoller Spin-Off-Effekt. Und: Es braucht für die Ziele, die das Erkunden des Weltraums lohnen, keine bemannte Raumfahrt. Roboter und Automaten können all das erledigen, was Astronautinnen und Astronauten unter hohem Risiko unternehmen. Günstiger und zuverlässiger.
Lassen wir uns von der Raumfahrt nicht ablenken von den Problemen (und ihren Lösungen) auf unserer Erde. In deren Bewältigung sollten wir möglichst viel Energie und Geld stecken und den Aufwand fürs All in Maßen halten. Raumfähren sollen weiter starten und hoffentlich gut landen - aber wir sollten nicht abheben.

1 Kommentar
Wowo
Der Mensch, mit seiner Unfähigkeit, mit anderen Menschen, Tieren und allgemein der Natur in Frieden zu leben, soll doch bitte auf dem Planeten bleiben und nicht so arrogant sein, zu glauben, daß seine Anwesenheit irgendwo im All gewünscht ist.
11.04.2026 14:53 Uhr